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Berufsunfähigkeitsversicherung: Kosten niedrig halten

Eine Berufsunfähigkeitsversicherung gehört zu den absoluten Muss-Policen - denn ohne private Absicherung "droht" im Ernstfall die Erwerbsminderungsrente der Deutschen Rentenversicherung und damit ein finanzielles Desaster. Dennoch können viele sich nicht zum Abschluss durchringen, obwohl der Abschluss der Berufsunfähigkeitsversicherung sinnvoll ist - der Grund: Die hohen Kosten einer Berufsunfähigkeitsversicherung. Dabei lassen sich die Kosten für den Schutz recht gut im Zaum halten - wichtig ist nur, dass Sie sich genau vor Augen halten, was den Preis des Berufsunfähigkeitsschutzes eigentlich bestimmt.

Abhängig ist die Höhe der Prämie bei der Berufsunfähigkeitsversicherung im Vergleich vor allem von fünf Faktoren:

BU-Versicherung: Früh abschließen - Kosten senken

Wer zu lange mit dem Abschluss einer Berufsunfähigkeitsversicherung wartet, steht vor einem doppelten Problem: Zum einen ist der Einstiegsbeitrag höher – mit jedem Jahr Warten verteuert den Beitrag und ein früher Einstieg kann deutlich Beiträge sparen. Ein weiteres Problem: Wartet ein Antragsteller zu lange und schlägt sich deshalb bereits mit Vorerkrankungen herum, kann es sein, dass er gar keinen Schutz bekommt oder mit saftigen Risikozuschlägen belegt wird – dann können die Kosten schnell um 25 bis 100 Prozent in die Höhe schnellen.

Was kann ich ändern?

Warten Sie nicht zu lange mit dem Abschluss – wenn Sie früh einsteigen, konservieren Sie Ihren Gesundheitszustand und können die Berufsunfähigkeitsrente später anpassen.

Berufsunfähigkeitsversicherung: Beruf entscheidend für die Prämienhöhe

Teurer wird der Schutz der Berufsunfähigkeitsversicherung auch, wenn ein risikoreicher Beruf ausgeübt wird: Ein kaufmännischer Angestellter mit ansonsten gleichen Vorgaben zahlt oft deutlich weniger als ein Handwerker. Prämienunterschiede von 100 Prozent und mehr sind keine Seltenheit. Der Grund liegt auf der Hand: Wer als Handwerker hart körperlich arbeitet, wird deutlich schneller durch die Belastung krank werden als ein Büroarbeiter.

Was kann ich ändern?

Natürlich können Sie Ihren Beruf für die Berufsunfähigkeitsversicherung nicht ändern, um Kosten zu sparen. Sie können aber darauf achten, dass Ihr Vermittler Ihr Berufsbild genau definiert. Gerade in weniger bekannten Berufen kann es sich lohnen, beim Versicherer gezielt die Berufsgruppeneinstufung zu erfragen.

Rentenhöhe bestimmt die Kosten der Berufsunfähigkeitsversicherung

Natürlich ist die Höhe der versicherten BU-Rente ein wichtiger Faktor bei den Kosten der Berufsunfähigkeitsversicherung: Je höher die Rente, umso höher auch der Beitrag. Deshalb sollten Sie erst einmal eine Rente versichern, die das Budget nicht überstrapaziert. Mithilfe von Dynamiken und Nachversicherungsgarantien kann die Rente dann später nach oben angepasst werden. Denken Sie bei der Bemessung der für Sie passenden Rente auch daran, dass für die BU-Rente ggf. Steuern fällig werden

Was kann ich ändern?

Eine Option sind Einsteigertarife. Die sollten aber die gleichen Bedingungen haben wie die regulären Tarife und nur in den ersten Vertragsjahren einen günstigeren Beitrag anbieten.
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BU-Versicherung: Laufzeit entscheidet über Kosten

Wichtig ist es auch, auf die Laufzeit der BU-Versicherung zu achten. Denn je früher der Vertrag zu Ende geht, desto billiger wird er. Zahlt der 30-jährige Kaufmann für seinen BU-Schutz 40 Euro, damit er bis zum 65. Geburtstag läuft, sind es nur noch rund 25 Euro, wenn der Vertrag bereits zum 60. Geburtstag endet – verlockend, so die Kosten der Berufsunfähigkeitsversicherung zu senken. Allerdings entsteht dann eine Lücke von bis zu sieben Jahren, bis ein Berufsunfähiger endlich in Rente gehen kann – und während dieser Zeit fehlen natürlich entsprechende Einnahmen, wenn die BU-Versicherung nicht mehr zahlen muss.

Was kann ich ändern?

Die Laufzeit des Vertrages sollte mindestens bis zum 65ten Lebensjahr gewählt werden – besser bis 67. Wenn die Kosten für die Berufsunfähigkeitsversicherung gesenkt werden müssen, dann senken Sie stattdessen die Rentenhöhe. Denn die können Sie später über Nachversicherungen und Dynamiken ohne Gesundheitsprüfung wieder erhöhen – eine einmal gewählte Laufzeit ohne Gesundheitsprüfung aber nicht verlängern.

Persönliche Risikofaktoren

Vor allem Ihre Gesundheit ist beim Abschluss einer Berufsunfähigkeitsversicherung so, wie sie ist – und es sollten auch keine Falschangaben bei den Gesundheitsfragen gemacht werden. Allerdings kann es sich durchaus lohnen, an gesundheitlichen Beeinträchtigungen und Risikofaktoren zu arbeiten und zum Beispiel bei Übergewicht abzunehmen oder in der Rückenschule die Ursache von Kreuzschmerzen bekämpfen. Denn Zuschläge müssen aufgehoben werden, wenn die sie begründenden Umstände weggefallen sind. Ob Zuschläge fällig werden, können Sie mit einer Risikovoranfrage verbindlich vor Antragsstellung klären.

Was kann ich ändern?

Drängen Sie darauf, dass Ihr Berater statt eines Leistungsausschluss einen Risikozuschlag durchsetzt, bei dem Sie ein Recht darauf haben, dass er aufgehoben wird. Will der Versicherer das nicht und möchte stattdessen eine Ausschlussklausel durchsetzen, dann sollte eine Nachschau vereinbart werden: Ist der Risikofaktor zum vorgegebenen Zeitpunkt nicht mehr vorhanden, wird der Leistungsausschluss gestrichen.
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15.05.2017
Foto: Stocksnapper / Shutterstock.com
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