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Berufsunfähigkeitsversicherung: Steuer nicht ausblenden

Ist eine Berufsunfähigkeitsversicherung von der Steuer absetzbar? Müssen die Leistungen aus einer Berufsunfähigkeitsversicherung eigentlich in der Steuererklärung angegeben werden?

Diese beiden Fragen tauchen neben vielen anderen beim Thema Berufsunfähigkeitsversicherung und Steuer immer wieder auf. Im Prinzip ist es durchaus möglich, die Beiträge für eine Berufsunfähigkeitsversicherung von der Steuer abzusetzen. Möglich ist das beim Sonderausgabenabzug für "andere Versicherungen", zu denen auch die Berufsunfähigkeitsversicherung zählt.

Der Haken an der Sache: Die Beiträge zu einer Berufsunfähigkeitsversicherung sind nur dann steuerlich absetzbar, wenn die Beiträge für Ihre Kranken- und gesetzliche Pflegeversicherung unter 1.900 Euro (Angestellte) bzw. 2.800 Euro (Selbstständige) liegen. Zahlen Sie bereits mehr als die genannten Summen, verpuffen die Beiträge für eine Berufsunfähigkeitsversicherung und wirken sich steuerlich nicht mehr aus.

Der besondere Trick: Krankenkassenbeiträge vorauszahlen!

Sie haben das Recht, Krankenkassenbeiträge im Voraus zu zahlen – das ist für bis zu zwei Jahre möglich. Sie könnten also in 2017 für die Jahre bis 2019 zahlen und könnten die Kosten direkt in 2017 steuerlich geltend machen.

Der Vorteil: In 2018 und 2019 stehen Ihnen die erwähnten 1.900 bzw. 2.800 Euro ganz zum Absetzen privater Versicherungen zur Verfügung.

Berufsunfähigkeitsversicherung: Spielräume ausloten und weniger Steuern zahlen

Wenn Sie die Berufsunfähigkeitsversicherung steuerlich absetzen wollen, gilt folgende Grundregel: Sind Sie unverheiratet, arbeiten angestellt und verdienen mehr als 20.700 Euro, ist es nicht sinnvoll, wenn Sie die Berufsunfähigkeitsversicherung von den Steuern absetzen, denn dann schöpfen Sie mit der Kranken- und Pflegeversicherung die absetzbaren Beiträge aus.

Bei einem verheirateten Alleinverdiener liegt die Grenze bei 41.400 Euro – ab diesem Einkommen wirkt sich die Berufsunfähigkeitsversicherung bei der Steuer nicht mehr aus.

Berufsunfähigkeitsversicherung: Steuern sparen mit dem Rürup-Trick

Schließen Sie eine Rürup-Rente ab, sind die Kosten bis zu Beträgen von 23.362 Euro (Alleinstehende) bzw. 46.724 Euro (Verheiratete) im Jahr absetzbar. Und das gilt auch, wenn eine Rürup-Rente mit einer Berufsunfähigkeitsversicherung verbunden ist: Die Kosten sind in diesem Fall von der Steuer abziehbar.

Der Schutz der Berufsunfähigkeitsversicherung muss für die Steuer lediglich so vereinbart sein, dass mehr als 50 Prozent der Beiträge auf die Altersvorsorge entfallen – dann sind die Kosten für die Berufsunfähigkeitsversicherung steuerlich voll absetzbar.

Wichtig: Damit sich die Prämien für Ihre Berufsunfähigkeitsversicherung steuerlich absetzen lassen, muss für die Berufsunfähigkeitsversicherung (genauso wie bei der Altersvorsorge) die Zahlung einer Rente vorgesehen sein.

Der einzige Unterschied: Bei einer Berufsunfähigkeitsversicherung über einen Rürup-Vertrag kann die Rentenlaufzeit zeitlich befristet sein.

Berufsunfähigkreitsversicherung: Steuern sparen über die betriebliche Altersvorsorge?

Oft bekommen Kunden auf der Suche nach einer Berufsunfähigkeitsversicherung das Angebot, die Arbeitskraft im Rahmen der betrieblichen Altersvorsorge mit abzusichern.

Aber Vorsicht: Geförderte BU-Versicherungen sorgen zwar für einen Steuervorteil, müssen aber im Leistungsfall auch voll versteuert werden. Und die Nachlässe bei den Sozialabgaben reduzieren auch die entsprechenden Leistungen: Wer durch die bAV weniger Rentenbeiträge zahlt, erhält auch weniger Leistungen. Das gilt für Ansprüche auf Arbeitslosen- und Krankengeld natürlich entsprechend.

Leistungen aus einer Berufsunfähigkeitsversicherung: Was gehört in die Steuererklärung?

Wenn Sie Leistungen aus einer Berufsunfähigkeitsversicherung bekommen, müssen sie in Ihrer Steuererklärung auftauchen. Die Rente aus einer Berufsunfähigkeitsversicherung wird bei der Berechnung der Steuer als sogenannte abgekürzte Leibrente bewertet.

Besteuert werden die Rentenzahlungen aus einer Berufsunfähigkeitsversicherung demnach in der Steuererklärung mit dem besonderen Ertragsanteil. Dessen Höhe richtet sich – anders als bei Altersrenten – nicht nach dem Alter bei Rentenbeginn, sondern nach der Dauer der Rentenzahlung der Berufsunfähigkeitsversicherung.

Dabei gilt: Je kürzer die Laufzeit der Rente aus der Berufsunfähigkeitsversicherung ist, desto niedriger ist der Ertragsanteil, auf den Steuer fällig wird.

Ein Beispiel: Läuft die Rente aus der Berufsunfähigkeitsversicherung 20 Jahre lang, liegt der Ertragsanteil, auf den Steuer erhoben wird, bei 21 Prozent. Auf 1.000 Euro Rente aus einer Berufsunfähigkeitsversicherung müssten Sie nach diesem Beispiel auf 210 Euro Rente Einkommensteuer zahlen – selbst bei einem hohen Steuersatz von 30 Prozent wären also nur 63 Euro Steuern fällig.

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11.05.2017
Foto: Piotr Adamowicz / shutterstock.com
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