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Als Student eine Berufsunfähigkeitsversicherung abschließen

Ein Student im Alter von Anfang oder Mitte 20 wird es nicht wahrhaben wollen: Aber das Risiko einer Berufsunfähigkeit ist keinesfalls so fern, wie mancher Student glaubt, der keine Berufsunfähigkeitsversicherung abschließen will.

Denn gerade weil auch die meisten Studenten im Umfeld kerngesund sind, wird das Risiko unterschätzt, dass man selbst krank wird und eine Berufsunfähigkeitsversicherung benötigt. Dabei besteht auch in "jungen Jahren" – nicht zuletzt durch den Leistungsdruck in der Berufsausbildung – das Risiko, dass Sie als Student eine Berufsunfähigkeitsversicherung brauchen, denn die Gründe einer Berufsunfähigkeit sind vielfältig: Sie können zum Beispiel an einer psychischen Erkrankung leiden oder sich beim Sport so schwer verletzen, dass eine Berufsunfähigkeit festgestellt wird.

Außerdem haten sich viele Studenten irrtümlich durch die Erwerbsminderungsrente der Deutschen Rentenversicherung für ausreichend versichert - ein gefährlicher Irrglaube, denn tatsächlich genießen Studenten keinen gesetzlichen Schutz der Arbeitskraft. 

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Neben dem latenten Risiko der Berufsunfähigkeit spricht ein weiterer gewichtiger Grund dafür, bereits als Student eine Berufsunfähigkeitsversicherung abzuschließen: die Gesundheitsprüfung.

Als Student bekommen Sie den Schutz gegen Berufsunfähigkeit einfacher

In aller Regel werden Sie vor Abschluss einer Berufsunfähigkeitsversicherung auch als Student zu Vorerkrankungen, Arztbesuchen und Operationen sowie weiteren Beschwerden aus den letzten fünf bis zehn Jahren befragt. Und es liegt auf der Hand, dass Ihre Krankengeschichte als Student in der Regel deutlich kürzer ist, als wenn Sie warten, bis Sie im Berufsleben stehen. Damit ist es deutlich leichter, die Gesundheitsprüfung zu bestehen.

Schutz gegen Berufsunfähigkeit für Studenten optimieren

Das Hauptproblem, wenn Sie sich als Student gegen Berufsunfähigkeit absichern wollen: Sie haben noch keinen Beruf, der sich exakt mit einer Berufsunfähigkeitsversicherung absichern lässt, denn in vielen Studiengängen bildet sich das Berufsbild erst lange nach dem Ende des Studiums konkret heraus. Viele Berufsunfähigkeitsversicherungen begrenzen deshalb den Schutz für Studenten auf eine reine Erwerbsunfähigkeitsversicherung.

Damit müsste die Berufsunfähigkeitsversicherung nur dann zahlen, wenn Sie als Student außerstande sind, überhaupt zu arbeiten. Lassen Sie sich nicht auf einen solchen Minimal-Schutz ein. Es gibt Berufsunfähigkeitsversicherungen, die bei Ihnen als Student bereits frühzeitig den angestrebten Beruf versichern und sogar erlauben, die Höhe der Rente – ohne erneute Gesundheitsprüfung – im Laufe des Berufslebens immer wieder nach oben anzupassen.

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Eine Berufsunfähigkeitsversicherung als Student abschließen: Worauf muss ich achten?

Im Grundsatz gelten bei einer Berufsunfähigkeitsversicherung für Studenten im Vergleich die Regeln, die auch für jeden anderen Antragssteller gelten: Es gibt wichtige Leistungs- und Versicherermerkmale, die Sie berücksichtigen sollten.

Verzicht auf abstrakte Verweisung

Standardmäßig verzichten Berufsunfähigkeitsversicherungen heute auf eine abstrakte Verweisung, die es ermöglicht, Sie auf einen anderen Beruf abzuschieben, selbst dann, wenn Sie den gar nicht ausüben können oder wollen. Der Verzicht sollte sich nicht nur auf die Erstprüfung beziehen, sondern auch auf spätere Nachprüfungen.

Verbraucherfreundliche Regelung zur konkreten Verweisung

Gerade bei Studenten ist es wichtig, ob die Rente weitergezahlt wird, wenn nach einer BU wieder eine Tätigkeit aufgenommen wird. Im Idealfall sieht der Vertrag vor, dass die durch das Studium angestrebte Lebensstellung versichert ist – damit wird die Rente auch dann weitergezahlt, wenn zwar wieder ein Job aufgenommen wird, der aber im Hinblick auf das Einkommen und die soziale Wertschätzung nicht vergleichbar ist.

Leistungsausschlüsse

Es gibt Ausschlusstatbestände, bei denen die Rente nicht gezahlt wird – nachvollziehbar, wenn zum Beispiel ein eigenes Fehlverhalten wie zum Beispiel das Begehen einer Straftat zur BU geführt hat. Praxisrelevant sind die Leistungsausschlüsse vor allem im Straßenverkehr: Viele Versicherer leisten nur dann die vereinbarte Rente, wenn Sie einfach fahrlässig handeln und als Folge eines Fehlverhaltens berufsunfähig werden. Besser ist es aber, wenn auch bei grober Fahrlässigkeit und sogar bei Vorsatztaten gezahlt wird.

Nachversicherungsgarantie

Mit einer Nachversicherungsgarantie besteht für Studenten die Möglichkeit, bei Eintritt wichtiger Lebensereignisse ‒ wie zum Beispiel dem Abschluss des Studiums für Studenten ‒ die vereinbarte Rente zu erhöhen. Viele Versicherer bieten in den ersten Vertragsjahren zudem eine Nachversicherungsgarantie „ohne besonderes Ereignis“: Dann kann die Rente auch ohne Eintritt besonderer Rahmenbedingungen angepasst werden.


Verzicht auf Befristung von Renten

Im Idealfall verzichtet die Berufsunfähigkeitsversicherung darauf, die Renet bei Bewilligung zu befristen – ansonsten müssen Sie nach 12 oder 24 Monaten erneut einen Antrag stellen. In der meist schwierigen Lebenssituation nach Eintritt einer Berufsunfähigkeit ist das eine unnötige Belastung, der man sich nicht aussetzen sollte. Besser ist es, wenn unbefristet bewilligt wird und der Versicherer dann lediglich nachprüfen darf, ob der Versicherte noch berufsunfähig ist.

Verteuerungsrisiko beachten

Die Beiträge der Berufsunfähigkeitsversicherung - egal ob konstant kalkuliert oder als Startertarif mit günstigen Einstiegsbeiträgen - werden bei den meisten Anbietern mit Überschüssen kalkuliert – werden die aber nicht wie vorgesehen erreicht, kann der Beitrag steigen. Wichtig ist, sich beim Vergleich auch als Student beide Beiträge anzuschauen: Den aktuellen Zahlbeitrags (auch Nettobeitrag genannt) und den Maximalbeitrags (auch Bruttobeitrag genannt). Je höher die Spanne ist, umso größer ist das Verteuerungsrisiko und damit Ihr Risiko einer Beitragssteigerung.

Unfallversicherung ist kein Schutz gegen Berufsunfähigkeit

Vor allem wegen der vergleichsweise hohen Kosten einer Berufsunfähigkeitsversicherung ziehen Studenten oft den Abschluss einer Unfallversicherung vor.

Aber Vorsicht: Die Unfallversicherung ist für Sie als Student kein ausreichender Schutz, wenn tatsächlich Berufsunfähigkeit eintreten sollte. Denn nur in fünf von 100 Fällen stellt ein Unfall die Ursache für Berufsunfähigkeit dar – in den meisten Fällen nämlich führt eine Krankheit zur Berufsunfähigkeit, und dann nützt eine Unfallversicherung gar nichts.

Wer sich als Student gegen Berufsunfähigkeit versichern will, kommt um eine Berufsunfähigkeitsversicherung nicht herum und sollte eine Unfallversicherung bestenfalls als Ergänzung abschließen.

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15.05.2017
Foto: wavebreakmedia / Shutterstock.com
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