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Berufsunfähigkeitsversicherung Vergleich

Eine wirklich gute Berufsunfähigkeitsversicherung ist die, die am besten zu Ihnen ganz persönlich passt. Deshalb ist ein Vergleich der verschiedenen Tarife so wichtig, um die Leistungsmerkmale zu identifizieren, die für Sie ganz persönlich entscheidend sind.

Vor allem die bekannten Tests der Berufsunfähigkeitsversicherung sprechen generelle Empfehlungen aus, obwohl die Tarife im Einzelfall vielleicht gar nicht passen. Wir zeigen Ihnen hier, welche einzelnen Merkmale bei einer Berufsunfähigkeitsversicherung wichtig werden können und Sie entscheiden ganz individuell, worauf Sie achten möchten. 

Rentenhöhe im Vergleich der Berufsunfähigkeitsversicherung

Die Höhe der versicherten BU-Rente entscheidet später darüber, ob Ihr Schutz wirklich gut ist denn eine geringe Rente ist sicher hilfreich, aber nur eine ausreichende Rente verschafft Ihnen den finanziellen Spielraum, um sich im Ernstfall ganz auf Ihre Genesung konzentrieren zu können. Denken Sie bei der Wahl Ihrer Berufsunfähigkeitsrente immer daran, dass auf die Leistungen der Berufsunfähigkeitsversicherung Steuern zu zahlen sind. 

Unser Tipp: Für den Vergleich der Berufsunfähigkeitsversicherung sollten als ausreichende Rente 60 bis 80 Prozent des bisherigen Nettoeinkommens angesetzt werden. 

Wichtig ist es, die einmal versicherte Berufsunfähigkeitsrente flexibel zu halten, um sie später anpassen zu können. Dafür sind zwei Leistungsmerkmale wichtig:

Nachversicherungsgarantie

Eine Nachversicherungsgarantie sieht vor, dass Sie die versicherte Rente der Berufsunfähigkeitsversicherung bei Eintritt wichtiger Lebensereignisse ‒ zum Beispiel Heirat, Geburt eines Kindes oder Immobilienkauf  ‒ ohne erneute Gesundheitsprüfung erhöhen können. Viele Tarife ermöglichen, dass die Rente in den ersten Vertragsjahren ganz ohne Anlass erhöht werden kann: So besteht noch einfacher die Möglichkeit, den Schutz anzupassen. Achten Sie auf jeden Fall darauf, bis zu welchem Alter und bis zu welcher Rentenhöhe die Nachversicherungsgarantie ausgeübt werden kann. Eine Nachversicherungsgarantie verpufft ab dem Moment, wenn die Ausgangsrente die maximal mögliche Rente überschreitet. 

Unser Tipp: Wenn Sie eine höhere Rente von mehr als 2.500 Euro absichern möchten, wird die Nachversicherungsgarantie in der Regel nicht mehr greifen vor allem nicht bei Verträgen, die eine absolute Höchstrente von meist 30.000 Euro im Jahr vorsehen. In diesem Fall sollten Sie den Schutz auf zwei Verträge zu je 1.250 Euro aufteilen Sie haben dann in beiden Verträgen die Möglichkeit, die Jahreshöchsrente von 30.000 Euro nachzuversichern und kommen so insgesamt auf 60.000 Euro.  

Beitragsdynamik

Mit einer Beitragsdynamik erhöht sich die versicherte Rente ohne erneute Gesundheitsprüfung jedes Jahr um einen vorher festgelegten Prozentsatz. Wählen Sie bei Vertragsschluss diese Option, denn Sie können der Dynamik auch widersprechen, wenn Sie die Erhöhung aussetzen wollen. 

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Zusatzbausteine

Die Gründe für eine Berufsunfähigkeit sind vielfältig - und so lassen sich heute viele Berufsunfähigkeitsversicherungen um weitere Leistungsbausteine ergänzen, um die möglichen Ursachen abzudecken. Vor allem ein Leistungsversprechen bei längerer Arbeitsunfähigkeit sowie eine Leistungserweiterung bei Pflegebedürftigkeit sind heute Standard. 

Leistungen bei Arbeitsunfähigkeit 

Mit diesem Baustein wird die versicherte Rente bereits dann gezahlt, wenn Sie längere Zeit arbeitsunfähig sind meist reicht ein Zeitraum von voraussichtlich sechs Monaten, um eine Rente von bis zu 24 Monaten zu bekommen. Ihr Vorteil: Sie erhalten die versicherte Rente deutlich schneller, weil nicht erst die Berufsunfähigkeit festgestellt werden muss, sondern der "gelbe Schein" meist als Anspruchsauslöser ausreicht.

Leistungen bei Pflegebedürftigkeit

Manche Versicherer sehen zusätzliche Leistungen vor, wenn der Pflegebaustein mitversichert wird. Sie erhalten in diesem Fall in der Regel eine lebenslange Rente.

BU Vergleich: Beitragshöhe als wichtiges Kriterium?

Grundsätzlich lässt sich im Vergleich die Beitragshöhe nicht als Entscheidungskriterium herausziehen, denn guter Schutz kann je nach Berufsgruppe durchaus günstig sein, schlechter dagegen auch teuer. Entscheidend sind die einzelnen Faktoren, die die Beitragshöhe bestimmen und auf die Sie durchaus Einfluss haben können.  

Alter +

Im Grundsatz gilt: Je älter Sie bei Vertragsschluss sind, umso teurer wird der Schutz. Es lohnt sich also, die Berufsunfähigkeitsversicherung früh abzuschließen. Im Übrigen zahlen ein 20-Jähriger und ein 30-Jähriger im Vergleich für den Schutz fast genau die gleiche Gesamtsumme - aber der 20-Jährige hat zehn Jahre länger Schutz und ist faktisch gratis versichert!

Rentenhöhe +

Natürlich bestimmt die Höhe der gewählten Berufsunfähigkeitsversicherung im Vergleich die Beitragshöhe: 2.000 Euro Rente kosten doppelt so viel wie 1.000 Euro! Wenn der gewünschte Schutz Ihnen heute zum Beispiel als Student zu teuer ist, verringern Sie die Berufsunfähigkeitsrente und wählen Sie einen Vertrag mit Nachversicherungsgarantie und Dynamik: So können Sie die Rente später problemlos ohne Gesundheitsprüfung anpassen, wenn das Budget eine höhe Absicherung hergibt - und Sie sichern sich den heutigen, guten Gesundheitsstatus. Eine zusätzliche Erwerbsminderungsrente können Sie im Fall einer vollen oder teilweisen Erwerbsminderung von der Deutschen Rentenversicherung erwarten - die fällt aber mit im Durchschnit 700 bis 800 Euro eher mager aus. 

Beruf +

Die Einordnung in Berufgsgruppen bestimmt maßgeblich die Höhe des Beitrages. Akademiker mit Tätigkeiten ohne körperlichen Anteil werden deutlich günstiger eingestuft als Handwerker mit 100 Prozent handwerklicher, körperlicher Arbeit. Natürlich kann man am Beruf wenig ändern - aber Sie können im Vergleich und bei der Beratung zur Berufsunfähigkeitsversicherung Ihre berufliche Qualifikation belegen. Ein guter Berater schafft es dann oft, Sie in eine bessere und günstigere Berufsgruppe einstufen zu lassen.  

Vertragslaufzeit +

Die Länge der gewählten Absicherung ist ebenfalls ein beitragsbestimmender Punkt: Wenn Sie sich bis 67 Jahre absichern möchten, zahlen Sie oft zehn bis 15 Prozent mehr als bei einer Absicherung bis 65 Jahre. Trotzdem sollte der Schutz nicht aus Kostengründen zu kurz gewählt werden, denn im Alter fehlt sonst schnell einiges an finanziellen Reserven! Bei Vertragsbeginn ist es immer schlauer, die Rentenhöhe zu reduzieren, denn die können Sie später über Nachversicherungen und Dynamiken anpassen - die einmal gewählte Laufzeit dagegen lässt sich später nur noch mit einer Gesundheitsprüfung anpassen. Beamte können übrigens oft nur eine sehr kurze Laufzeit wählen - so sind Lehrer oft nur bis 60 Jahre versicherbar, bei Vollzugsbeamten ist oft schon mit 55 Jahren Schluss. 

Gesundheit und Hobbys +

Als letztes preisbildendes Merkmal kommen die individuellen Risiken wie Gesundheit und Hobbys ins Spiel: Mit Vorerkrankungen sind schnell Zuschläge von 50 Prozent und mehr möglich - der Beitrags kann sich schnell verdoppeln. Das gilt auch für Hobbys wie etwa Springreiten oder Motorradfahren - hier ist es bei einem Vergleich sehr wichtig, die Preisgestaltung der Berufsunfähigkeitsversicherungen im Detail studieren zu lassen: Denn nicht jeder Versicherer erhebt die gleichen Zuschläge und was bei dem einen den Schutz deutlich verteuern kann, ist bei dem anderen vielleicht ohne Zuschlag möglich!

BU Vergleich: Das Kleingedruckte im Blick behalten

Berufsunfähigkeitsversicherungen legen Rechte und Pflichten der Beteiligten recht detailliert im Vertrag fest. In dem Kleingedruckten, den Versicherungsbedingen, finden sich daher einige Regelungen, die Sie kennen sollten.

Verweisungsklauseln 

Standardmäßig verzichten Berufsunfähigkeitsversicherungen heute bei der Erstprüfung des Antrages auf eine abstrakte Verweisung damit können Sie nicht auf einen anderen Beruf abgeschoben werden, den Sie vielleicht nicht ausüben wollen oder für den es gar keine Stellen gibt. Wichtig für Ihren Vergleich der Berufsunfähigkeitsversicherung: Eine abstrakte Verweisung kann auch relevant werden, wenn Sie lange nach Vertragsschluss einmal vorübergehend aus dem Job ausscheiden etwa bei der Elternzeit oder einem "Sabbatical". Der Versicherer sollte für diesen Fall uanbhängig von der Dauer des Ausscheidens auf die abstrakte Verweisung verzichten. 

§ 19 VVG 

Falsche Angaben zu den Gesundheitsfragen gehören leider immer noch zum Alltag bei der Berufsunfähigkeitsversicherung und manchmal können Sie als Kunde nicht einmal etwas dafür, weil Sie zum Beispiel von einer diagnostizierten Krankheit gar nichts wussten. Achten Sie beim Vergleich darauf, dass die Berufsunfähigkeitsversicherung für diesen Fall darauf verzichtet, Ihr Recht auf Kündigung oder Beitragsanpassungen wahrzunehmen. 

Rentenbefristung

Achten Sie beim Vergleich für Ihre Berufsunfähigkeitsversicherung darauf, dass der gewünschte Tarif keine Befristung der Berufsunfähigkeitsrente bei der ersten Bewilligung vorsieht. Denn mit einer solchen Option zwingt der Versicherer Sie dazu, nach Ablauf der Befristung meist zwölf bis 24 Monate erneut einen Antrag zu stellen. Gerade bei einer schwereren Erkrankung ist das ein unnötiger Ballast.  

Leistungsausschlüsse im Straßenverkehr 

Wer durch einen Verkehrsunfall zu Schaden kommt, möchte natürlich seine versicherte Rente bekommen, wenn der Unfall zu einer Berufsunfähigkeit führt, selbst wenn der Unfall selbst verschuldet war. Deshalb ist es so wichtig, beim Vergleich der Berufsunfähigkeitsversicherung die Leistungsausschlüsse im Auge zu behalten: Viele Berufsunfähigkeitsversicherung leisten nur dann die vereinbarte Rente, wenn Sie im Straßenverkehr einfach fahrlässig einen Unfall verursachen und in der Folge berufsunfähig werden. Besser ist es aber, wenn auch bei grober Fahrlässigkeit und sogar bei Vorsatztaten gezahlt wird. 

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Qualität des Versicherers im Vergleich

Berufsunfähigkeitsversicherung ist gleich Berufsunfähigkeitsversicherung? Diese Gleichung geht für die Qualität der Bedingungen genausowenig auf wie für die Versicherer selbst. Die Unterschiede sind zum Teil immens. Diese Faktoren sind unter anderem wichtig:

Finanzstärke

Nur ein solide aufgestellter Versicherer kann seine günstigen Beiträge und das Leistungsversprechen auf Dauer halten. Ratings wie zum Beispiel von Morgen und Morgen zeigen, wie finanzstark Versicherer agieren. 

Unser Tipp: Achten Sie beim Vergleich der Berufsunfähigkeitsversicherung auf das Verteuerungsrisiko. Damit wird bei Tarifen mit Überschussbeteiligung das Risiko bezeichnet, dass durch geringere als die kalkulierten Überschüsse der Beitrag steigt. Schon beim Vergleich für die Berufsunfähigkeitsversicherung lässt sich dieses Risiko ermitteln, indem Sie den aktuellen Zahlbeitrag (auch Nettobeitrag genannt) und des Maximalbeitrag (auch Bruttobeitrag genannt) ins Verhältnis setzen. Je höher die Spanne zwischen den beiden Beiträgen ist, umso größer ist Ihr Risiko einer Beitragssteigerung vor allem, wenn der Versicherer nicht als besonders finanzstark gilt. 

Prozessquote

Die Prozessquote zeigt, wie viele abgelehnte Leistungsanträge vor Gericht landen – eine über die Jahre hohe Quote ist ein Indiz dafür, dass die Ablehnungen häufig nicht akzeptiert werden und vor Gericht nachgeprüft werden müssen.

Leistungsquote

Mit der Leistungsqoute wird zum Ausdruck gebracht, in wie vielen von 100 Leistungsanträgen die Rente auch tatsächlich gezahlt wird. Eine niedrige Quote ist ein Indiz dafür, dass Anträge offensichtlich schneller abgelehnt werden.  

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11.07.2017
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