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Dienstunfähigkeitsversicherung: So sichern sich Beamte ab

Auch Beamte - das gilt für Lehrer wie auch für Vollzugsbeamte und Staatsdiener in anderen Bereichen gleichermaßen - kann das Schicksal treffen, aus gesundheitlichen Gründen aus dem Dienst ausscheiden zu müssen.  Von der staatlichen Erwerbsminderungsrente profitieren Beamte nicht, sondern sie sind ggf. abgesichert durch den Dienstherren. Daneben sollte aber eine sogenannte Dienstunfähigkeitsversicherung abgeschlossen werden, eine spezielle Berufsunfähigkeitsversicherung, die auf die Bedürfnisse von Beamten abgestimmt ist.

Vorteile einer Dienstunfähigkeitsversicherung

• Dienstunfähigkeitsklausel: Die Rentenzahlung kann ohne eigene Prüfung an die Feststellung der Dienstunfähigkeit des Dienstherren geknüpft sein.

• Nachversicherungsgarantie: Anpassung des Versicherungsschutzes bei Erwerb von Eigenheim, Heirat, oder Familienzuwachs.

• Verzicht auf abstrakte Verweisung: Erhalten Sie die Leistungen der Dienstunfähigkeitsversicherung auch, wenn Sie eine andere Tätigkeit ausüben könnten

• Vorteile für Beamten auf Probe und auf Widerruf: Voller Schutz möglich - als junger Beamter profitieren Sie besonders von den günstigen Einsteiger Tarifen.

Die Absicherung eines Beamten durch den Dienstherren im Falle einer Berufsunfähigkeit ist deutlich besser als die eines Angestellten. Anders als Angestellte erhalten sie deutlich höhere Bezüge bei Dienstunfähigkeit als Arbeitnehmer bei Erwerbsminderung.

Einen Rundumschutz gegen das Risiko einer Berufsunfähigkeit genießen Beamte nicht: Sie benötigen deshalb eine Dienstunfähigkeitsversicherung als Schutz gegen Berufsunfähigkeit.

Die Zahlung des Ruhegehaltes bei einer Dienstunfähigkeit von Beamten setzt voraus, dass sie Beamte auf Lebenszeit sind – Beamte auf Probe und auf Widerruf werden beim Ausscheiden lediglich in der Deutschen Rentenversicherung nachversichert.

  • Beamter auf Probe
  • Beamter auf Widerruf
  • Beamter auf Lebenszeit
Bei krankheitsbedingter Dienstunfähigkeit keine beamtenrechtliche Versorgung, Entlassung und Nachversicherung in der gesetzlichen Rentenversicherung.
Bei krankheitsbedingter Dienstunfähigkeit keine beamtenrechtliche Versorgung, Entlassung und Nachversicherung in der gesetzlichen Rentenversicherung.
Bei krankheitsbedingter Dienstunfähigkeit volle beamtenrechtliche Versorgung. Allerdings muss die Wartezeit von fünf Jahren erfüllt sein und das Ruhegehalt hängt von der geleisteten Dienstzeit ab.

Auch Folgendes sollte beim Abschluss einer Dienstunfähigkeitsversicherung mit in die Überlegungen einbezogen werden: Es ist sinnvoll, als Dienstunfähigkeitsversicherung für die ersten fünf Jahre eine solche Berufsunfähigkeitsversicherung abzuschließen.

Damit überbrücken Sie die ersten fünf Jahre, in denen Sie als Beamter bei Berufsunfähigkeit kein Geld von Ihren Dienstherren bekommen. Eine weitere Berufsunfähigkeitsversicherung, die bis zum 65. Geburtstag läuft, deckt dann als Dienstunfähigkeitsversicherung das Risiko ab, dass das Ruhegehalt nicht reicht.

Die vereinbarte Rente kann dann im Laufe des Lebens langsam sinken, weil bei Beamten ja der Anspruch auf das Ruhegehalt im Falle einer Berufsunfähigkeit steigt.

Vertrag mit echter Dienstunfähigkeitsklausel wählen

Achten Sie beim Vergleich für die passende Dienstunfähigkeitsversicherung und gerade auch bei einem Test der Berufsunfähigkeitsversicherung als Grundlage für die Wahl des richtigen Schutzes darauf, dass der Tarif der Berufsunfähigkeitsversicherung für Beamte eine Dienstunfähigkeitsklausel enthält. Hierbei muss in der Dienstunfähigkeitsversicherung unterschieden werden zwischen verschiedenen Dienstunfähigkeitsklauseln.

Bei einer echten Dienstunfähigkeitsklausel wird im Vertrag festgelegt, dass eine Berufsunfähigkeit bei Beamten immer dann anzunehmen ist, wenn die Versetzung in den Ruhestand bzw. die Entlassung wegen allgemeiner Dienstunfähigkeit erfolgt.

Mit einer solchen Klausel in der Dienstunfähigkeitsversicherung sind Beamte gut geschützt, wenn sie dienstunfähig werden – vor allem Vollzugsbeamte sollten aber darauf achten, dass die Leistungen bei ihnen nicht eingeschränkt sind.

Beispiel für eine echte Dienstunfähigkeits-Klausel:

"Bei einem Beamten des öffentlichen Dienstes gilt die Versetzung in den Ruhestand wegen allgemeiner Dienstunfähigkeit oder die Entlassung wegen allgemeiner Dienstunfähigkeit als Berufsunfähigkeit“.

Bei einer unvollständigen Dienstunfähigkeitsklausel wird im Vertrag festgelegt, dass nur bei einer Versetzung in den Ruhestand wegen allgemeiner Dienstunfähigkeit eine vollständige Berufsunfähigkeit angenommen wird. Mit einer solchen Klausel in der Dienstunfähigkeitsversicherung sind nur Beamte auf Lebenszeit geschützt, weil die Entlassung wegen allgemeiner Dienstunfähigkeit bei Berufsunfähigkeit keine Leistungen der Dienstunfähigkeitsversicherung nach sich zieht.

Bei der unechten Dienstunfähigkeitsklausel in der Dienstunfähigkeitsversicherung wird im Vertrag – wie bei jeder anderen Berufsunfähigkeitsversicherung – darauf abgestellt, ob der versicherte Beamte voraussichtlich mindestens sechs Monate lang außerstande ist, seinen Beruf auszuüben, und auch keine andere Tätigkeit ausübt, die seiner bisherigen Lebensstellung entspricht.

Diese Regelung der allgemeinen Berufsunfähigkeitsversicherung wird dann in der Dienstunfähigkeitsversicherung nur analog auf Beamte angewendet, und das hat Konsequenzen: Denn wenn Sie als Beamter dienstunfähig werden, aber keine Berufsunfähigkeit festgestellt wird, weil Sie zum Beispiel noch eine andere Tätigkeit ausüben könnten, besteht keine Absicherung bei einer Berufsunfähigkeit.

Beispiel für eine unechte Dienstunfähigkeits-Klausel:

"Wird ein Beamter wegen allgemeiner Dienstunfähigkeit in den vorzeitigen Ruhestand versetzt, beurteilt sich die Berufsunfähigkeit des Beamten nach der Anwendung der allgemeinen Absätze“.

Sonderfall Dienstunfähigkeit von Lehrern

Statistisch ist das Risiko bei Lehrern besonders groß, dass sie das Schicksal einer Dienstunfähigkeit trifft. Gleichzeitig ist es für Lehrer besonders schwer, eine Dienstunfähigkeitsversicherung zu bekommen, denn Lehrer gehören in der Dienstunfähigkeitsversicherung zu der größten Risikogruppe.

Es drohen saftige Zuschläge beim Abschluss einer Dienstunfähigkeitsversicherung für Lehrer oder aber der Versicherungsschutz ist eingeschränkt bzw. endet bereits mit 50 oder spätestens 55 Jahren – viel zu früh, um ausreichenden Schutz zu bieten. Außerdem enthalten die Dienstunfähigkeitsversicherungen für Lehrer keine Dienstunfähigkeitsklauseln, so dass nur darauf abgestellt wird, dass Berufsunfähigkeit vorliegt – auch das höhlt den Schutz aus.

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Kosten der Dienstunfähigkeitsversicherung

Bei der Dienstunfähigkeitsversicherung gelten im Hinblick auf die Kosten die gleichen Überlegungen wie bei der Berufsunfähigkeitsversicherung: Entscheidend sind die Rahmenbedingungen des Vertrags. Beamte benötigen oft aber nur eine geringere Laufzeit, weil der Schutz durch den Dienstherren umfangreicher udn im Alter oft auch leichter zu aktivieren ist als bei Arbeitnehmern in der freien Wirtschaft - das senkt die Kosten oft immens. 

Ist der Schutz gerade bei Vollzugsbeamten dennoch zu teuer, können eine Erwerbsunfähigkeitsversicherung oder eine Dread-Disease-Versicherung eine Alternative sein für Beamte: Allerdings gibt es dann keine Dienstunfähigkeitsklausel analog der DU-Versicherung. 

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17.05.2017
Foto: Roman Kosolapov / Shutterstock.com
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