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Risikozuschläge: Einmal teuer heißt nicht immer teuer …

Risikozuschläge sind in der Berufsunfähigkeitsversicherung an der Tagesordnung: Allergiker, Antragsteller mit Rückenleiden und anderen Vorerkrankungen zahlen über den Risikoaufschlag einen Zuschlag gegenüber gesunden Antragstellern: Und dabei sind 50 Prozent und mehr Aufschlag auf den normalen Tarif keine Seltenheit. Guter Schutz wird damit teilweise unbezahlbar. Viele Versicherte sind gezwungen, wegen der hohen Prämien die Leistungen zu reduzieren, sodass der Schutz im Ernstfall nicht ausreicht.
 Risikozuschläge: Einmal teuer heißt nicht immer teuer …

Wenn Sie sich – auch um überhaupt einen Vertrag zu bekommen – einmal auf einen Risikozuschlag eingelassen haben, heißt das nicht, dass Sie Ihr Leben lang die höheren Beiträge hinnehmen müssen. Sie können die Vereinbarung jederzeit prüfen lassen und haben einen gesetzlichen Anspruch auf Reduzierung des Zuschlages: Dieses Recht ist in § 41 a des Versicherungsvertragsgesetzes festgelegt, dort heißt es:

"Ist wegen bestimmter gefahrerhöhender Umstände eine höhere Prämie vereinbart und sind diese Umstände nach Antragstellung des Versicherungsnehmers oder nach Vertragsschluss weggefallen oder bedeutungslos geworden, kann der Versicherungsnehmer verlangen, dass die Prämie ab Zugang des Verlangens beim Versicherer angemessen herabgesetzt wird."

Ansprüche auf Senkung der Beiträge durchsetzen

Dieser Anspruch kann notfalls sogar gerichtlich durchgesetzt werden, wie eine Entscheidung des Oberlandesgericht Coburg (AZ: 32 S 131/00) zeigt. Bei einem Privatversicherten war ein Rückenleiden nach Jahren ausgeheilt, sodass er kein erhöhtes Krankheitsrisiko mehr aufwies. Daher musste die private Krankenversicherung den Risikozuschlag streichen, entschieden die Coburger Richter. Wenn eine "Alterkrankung" ausgeheilt ist oder sich wesentlich verbessert hat, hilft im ersten Schritt ein ärztliches Attest, um die Risikozuschläge aufheben zu lassen. Das sollte bescheinigen, dass der Versicherte inzwischen genesen ist und dass sein Gesundheitsrisiko nicht größer ist als das bei einem "gesunden" Versicherten. Danach sollte die Versicherung aufgefordert werden, den Beitrag entsprechend zu senken.

Was tun, wenn die Versicherung nicht reagiert?

Lenkt die Berufsunfähigkeitsversicherung nicht ein, schalten Sie zunächst den Ombudsmann für Versicherungen ein. Der ist unter www.versicherungsombudsmann.de erreichbar. Er hilft kostenlos und kann eine Schlichtung mit der Versicherung herbeiführen. Eine solche Einigung ist für den Versicherer bindend, wenn es um einen Gegenstandswert von bis zu 10.000 Euro geht. Darüber hinaus besteht eine Bindungspflicht nicht, erfahrungsgemäß folgen die Versicherer aber auch dann zumeist der Auffassung des Ombudsmanns. Für Sie als Verbraucher ist die Entscheidung stets unverbindlich, es besteht immer die Möglichkeit, auch nach dem Schiedsspruch vor Gericht zu gehen und eine günstigere Entscheidung zu erreichen.

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02.07.2014
Foto: StockLite / Shutterstock.com
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